Verband der Spielebranche und Serious Games Netzwerk

3. SILVER GAMING KONGRESS

Grußwort des Patienten- und Pflegebeauftragten der Bayerischen Staatsregierung Hermann Imhof (MdL)

  • Hermann Imhof (Mdl), Patienten- und Pflegebeauftragten der Bayerischen Staatsregierung
    Hermann Imhof Landtagsabgeordneter der CSU und Patienten- und Pflegebeauftragten der Bayerischen Staatsregierung
  • Gesundheit und Pflege sind zentrale Themen der Zukunft. Seit Februar 2014 darf ich das Amt als Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung bekleiden. In dieser Funktion sehe ich mich als Sprachrohr und Anwalt der Patienten, Pflegebedürftigen und Pflegenden. Meine Aufgabe ist es, die Rechte von Patienten oder Pflegebedürftigen zu stärken und ihre Interessen zu vertreten. Dies geschieht durch Hilfestellung im Einzelfall, Begleitung von Gesetzgebungsverfahren oder Zusammenarbeit mit Verbänden und Organisationen.

    Um Rahmenbedingungen für Patienten- und Pflegebedürftigen weiter zu verbessern ist es wichtig mit allen Akteuren Gespräche zu führen. Dabei stehen natürlich auch immer Neu- und Weiterentwicklungen im Gesundheits- und Pflegewesen im Fokus. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse gilt es schrittweise in die Praxis zu überführen und entsprechend den realen Bedürfnissen von Patienten und Pflegebedürftigen anzupassen. Ich freue mich sehr, dass es den Organisatoren des Silver Gaming Kongresses mit Ihrer Veranstaltung gelingt, eine Brücke zwischen der Forschung, den Pflegenden und letztendlich der sehr heterogenen Zielgruppe der „älteren Menschen“ über eine spannende Thematik zu schlagen.

    Spiele sind seit jeher Mittel zwischenmenschlicher Kommunikation und sozialer Interaktion und damit ein Kulturgut geworden. Mit fortschreitender Technisierung sind heute auch digitale Spiele ein ernst zu nehmendes Medium im Umfeld älterer Menschen. Jeder vierte/r Computer- bzw. Videospieler/in ist inzwischen älter als 50 Jahre. Spiele besitzen – im Gegensatz zu anderen eher passiv rezipierten Medien wie z.B. Fernsehen oder Radio - einen sehr hohen Interaktionsfaktor und ermöglichen, durch direkte Einbindung des Nutzers, den eigentlichen Spielverlauf weitgehend selbst zu bestimmen.

    Es kann also kaum verwundern, dass Forscher und Wissenschaftler seit längerer Zeit über einen „ernsthaften“ Einsatz von Spielen im Gesundheitssektor nachdenken, um beispielsweise die Langzeitmotivation für kognitive oder physische Trainings zu erhöhen.

    Dabei stand in den letzten Jahren vor allem die Anwendung von Spielen und spielerischen Tätigkeiten bei der Erforschung und Bekämpfung von Alzheimer und anderer dementieller Erkrankungen im Vordergrund. In Deutschland leben schon heute bis zu 1,4 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Dieser gesellschaftlichen Herausforderung muss eine hohe Aufmerksamkeit zukommen. Die Forschung steht zwar noch am Anfang. Umso wichtiger ist es, in weiteren Schritten Pflegende und Pflegebedürftige direkt miteinzubeziehen, um praxisnahe Lösungen zu finden.

    Aus diesem Grund habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft über den Silver Gaming Kongress übernommen, der einen solchen interdisziplinären Austausch fördert und so eine anwendungsorientierte Forschung ermöglicht. Das die Organisatoren zu einem zweiten, öffentlichen Tag Senioren und Spieleinteressierte einladen, um die vorher theoretisch diskutierten Erkenntnisse auch gleich direkt ausprobieren zu können, ist nicht nur charmantes Detail, sondern wertvoller Bestandteil im Kontakt zur eigentlichen Zielgruppe.

    Den Teilnehmern des Silver Gaming Kongresses wünsche ich viele neue Erkenntnisse, einen kreative Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sowie natürlich viel Spielspaß.

    Webseite zum Silver Gaming Kongress

    Der nächste Kongress findet am 16. und 17. Juli 2015 im Essener Unperfekthaus statt. Alle Informationen dazu finden Sie bald auf unserer Konferenzwebseite.

    Zur Kongresswebseite

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